San Francisco hat viele Sehenswürdigkeiten. Eine der schönsten ist der Kaffee. Und wir meinen damit nicht Starbucks …
Autor: Leanne Walker
Der Ursprung der Kaffeehauskultur in San Francisco liegt weit zurück. In den Jahren nach 1800 begannen Schiffe Kaffee in den Hafenbecken anzuliefern, lange vor dem Goldrausch. Der Durst der Stadt nach Kaffee hatte seinen Höhepunkt in den 70er-Jahren des 19. Jahrhun-derts, als ein Zustrom italienischer Immigranten begann, Cafés und Delikatessengeschäfte nach heimatlichem Vorbild zu gründen. Kaffee war schon immer das Mittel der Wahl für die Bewohner von San Francisco; mittlerweile kann die Stadt sich mehr als 300 Cafés rühmen. Herz und Seele der Kaffeekultur in San Francisco ist unzweifelhaft North Beach.
VESUVIO CAFÉ – 255 Columbus Avenue (www.vesuvio.com)
Es bedarf nur eines kurzen Gangs durch die Jack-Kerouac-Allee, um zum “Vesuvio Café” zu gelangen, der berühmten Beat Bar, in der Kerouac und seine Kumpel einst abhingen. Das “Vesuvio”, von Henry Renoir in den 1940er Jahren gegründet, ist ein wunderbar knarrendes dreistöckiges Gebäude mit einer mit prächtigen Verzierungen geprägten Zinnfassade. Innen wirft ein jahrhundertealter Kronleuchter einen warmen Schimmer auf eine Bar, die nur so trieft vor schöpferischer Atmosphäre und vollgestopft ist mit Gedichten, buntem Glas und Erinnerungsstücken. So wie das “Caffe Trieste” hat sich auch das “Vesuvio” seinen Einfluß auf die in der Nachbarschaft beheimateten Schriftsteller bewahrt. Die Empore im zweiten Stock des Cafés mit seinen Fenstern, die hinausblicken auf die Lichter der Stadt, und seinen Wänden, die mit Bildern von örtlichen Künstlern behängt sind, ist eine der atmosphärischsten und angesagtesten Plätze der Stadt. 
CAFFE GRECO – 423 Columbus Avenue (www.caffegreco.com)
Das “Caffe Greco” ist berühmt für seine originellen Kaffeevariationen und einen simplen Kaffee zu bestellen kann zu einer verblüffenden Erfahrung werden. „Soll es ein einfacher Schwarzer sein, Espresso, Cappuccino, Latte, ein doppelter Macchiato, Greco, Affogato; entkoffeiniert, mit wenig Koffein, mit oder ohne Schaum …? Java Jive schlüpft so leicht über die Lippen der Gäste, die an den Tischen auf dem Gehweg sitzen, wie die Affegatos und Caffe Freddo Sambuccas hineinschlüpfen. Dies ist der Platz, um zu sehen und gesehen zu werden, insbesondere morgens an den Wochenenden, wenn die oberen Zehntausend von North Beach auf ihren Harleys herumfahren. Wenn man hier einige Zeit verbringt, wird man bald in einem Atemzug einen „Doppelten Greco Grande Cappuccino mit fettarmer Milch“ bestellen können.
STEPS OF ROME CAFFE – 348 Columbus Avenue (www.stepsofrome.com)
Das Gros der Menschen im Step ist auf europäische Art cool. Die meisten der Männer sind getränkt mit Aftershave und die Frauen scheinen geradewegs Modemagazinen entstiegen. Bestelle einen Latte und der Romeo hinter der Bar wird dir ein Herz in deinen Milchschaum wirbeln. Am späten Nachmittag wird die Musik aufgedreht, Sonnenuntergang bedeutet Partyzeit. Die Bedienungen werden wahrscheinlich auf den Tischen tanzen und die Gäste draußen auf dem Gehsteig eine Polonaise formen. Das “Steps of Rome” rockt.
MARIO’S BOHEMIAN CIGAR STORE CAFÉ – 566 Columbus Avenue
In erster Linie ein italienischer Männerverein und ein Zigarrengeschäft, versammeln sich hier wochentags immer noch alte Männer zum Schachspielen. An einer Ecke gelegen, an der man den Washington Square Park überblicken kann, bietet jeder Sitzplatz eine hervorragende Aussicht. Morgens oder am Nachmittag sollte man zu seinem Kaffee den luftig leichten Ricotta Cheesecake oder Lilianas blättrige Apfeltasche wählen – zum Anbeißen. Zur Mittagszeit gibt es die besten Foccaccio Sandwiches der Stadt, garniert mit Fleischbällchen, Aubergine, Würstchen oder Hühnchen. So italienisch!
CAFFE TRIESTE – 601 Vallejo Street (www.caffetrieste.com)
Die wichtigste Einrichtung im Bereich Kaffee in San Francisco ist das “Caffe Trieste”, das 1956 gegründet wurde. Es ist der gefühlte Liebling und serviert den stärksten und feinsten Kaffee in North Beach, der im Laden nebenan frisch geröstet wird. Seit den 50er- und 60er-Jahren, als das Caffe Trieste der gewohnte Lieblingstreff der Beats war, hat sich nur wenig verändert; eine frei flottierende Subkultur von Dichtern und Schriftstellern lungerte hier endlos über den Kaffeetassen, während sie ihre Werke schrieben, vortrugen oder diskutierten. In der Ecke bei dem Klavier hatte der Regisseur Francis Ford Coppola seine eigene tragbare Schreibmaschine und hier war es, wo er das Drehbuch zu „Der Pate“ schrieb. Die kreative Tradition wird heute weitergeführt, und es ist möglich, dass man mit einem sich abrackernden Dichter zusammenstößt oder vielleicht ein Lied oder zwei von den Eigentümern hört, vor allem an einem Samstag
nachmittag (“O sole mio” ist die Spezialität). Wenn alle Plätze belegt sind, werden die Tische geteilt, was eine gute Möglichkeit um Einheimische zu treffen.
THOMAS E. CARA LTD – 517 Pacific Street
Falls es Sie dazu drängt, eine eigene Kaffeemaschine dort zu kaufen, wo die Stars ihre kaufen, dann ist Thomas E. Cara der passende Laden dafür. Dieser anspruchsvolle Shop in der Nähe des modischen Jackson Square strotzt vor mit Spots beleuchteten Gaggia-, La-Pavoni- und Riviera-Espressomaschinen, d
ie wie Kunstwerke glänzen, mit Preisschildern zum Vergleichen. Bette Midler und andere zufriedene berühmte Kunden grinsen von den signierten Fotografien an der Wand herunter. Weiter hinten säumt eine Kollektion rarer und ungewöhnlicher Bauteile für die Kaffeezubereitung die Auslage dieses faszinierenden Ladens. „Riech einmal daran“, wird Christopher Cara wahrscheinlich sagen, während er Ihnen eine Schale mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen unter die Nase hält. „Das ist unsere Familienmischung und sie ist so begehrt, dass wir das Rezept in einem Safe aufbewahren.“
ELAINE SOSAS „JAVAWALK“ (www.javawlk.com)
Eine wunderbare Möglichkeit, sich zurechtzufinden in dem Kaffeekauderwelsch San Franciscos ist es die Kaffeekennerin Elaine Sosa auf ihrem unglaublich beliebten Javawalk zu begleiten. Wer an der Tour teilnimmt, erfährt etwas über die bunte Geschichte des Kaffees der Stadt, während man Java in manch einem der meistgeliebten Etablissements zum Kaffeetrinken und Rösten in North Beach schlürft. „Ich bin süchtig und ich gestehe das ein, aber das war der Antrieb für mich, den Javawalk zu entwickeln“, erklärt Elaine wenn man sie fragt, wie sie auf die Idee einer Gehsteigtour durch San Franciscos Kaffeekultur gekommen ist. „Und nebenbei – das ist eine großartige Möglichkeit meinen Café Lifestyle zu legitimieren.“
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