Einen der besten Kaffees der Welt trinken, um damit sein Gewissen zu beruhigen, geht das? Nein, das geht nicht! Einen der besten Kaffees der Welt trinken und einem äthiopischen Prinzen dabei helfen Gutes zu tun, geht das? Ja, das geht.
Natnael lebt in einem Armenviertel in Addis Abeba, Äthiopien. Er ist acht Jahre alt und besucht die 3. Klasse der German Church School. Im Gegensatz zu früher bekommt er dort regelmäßig zu essen: eine warme Mahlzeit am Tag und ½ l Milch pro Woche. “Zu wenig für ein Kind, das in der Wachstumsphase ist und das zur Schule geht”, befand der in Frankfurt a. M. lebende Prinz Asfa-Wossen Asserate von Äthiopien. Seit letztem Jahr unterstützt er deshalb mit seinem Premiumkaffee Rasselas das Milchprogramm der German Church School in Addis Abeba. Sein erstes Ziel: täglich ½ Liter Milch für jedes der 600 Kinder. Prinz Asfa-Wossen Asserate, ein Spross der kaiserlichen Familie von Äthiopien, weiß, wovon er spricht. Sein Heimatland, das nie in europäischen Kolonialbesitz geriet, hat einen Stammplatz im Armenhaus dieser Welt: Kriege, Revolution, Misswirtschaft, veraltete Strukturen, innere politische Kämpfe, ethnische Konflikte und vieles mehr hindern das weithin fruchtbare und mit Arbeitskräften gesegnete Land an einer gesunden, stabilen Entwicklung. Was das Land dringender denn je braucht, sind junge, gut ausgebildete Menschen, die unabhängig von ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit dieses uralte Kulturland wirtschaftlich voranbringen. Und das Potenzial an lernwilligen Kindern ist riesig, auch in den Armenviertel der Hauptstadt. Und genau hier setzte 1972 die deutsche Gemeinde in Addis Abeba mit ihrem bis heute einzigartigen Schulprojekt an.
Aus dem von Anfang an praktizierten Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe ist in den Folgejahren ein modernes, sich stetig weiterentwickelndes Schulprojekt entstanden. Das Auswahlverfahren ist streng, denn immer wieder versuchen auch besser gestellte Eltern ihre Kinder in dieser hoch angesehenen Schule unterzubringen. Doch trotz einer überaus erfolgreichen Arbeit seit 35 Jahren und vieler Förderer sind die Mittel der Schule chronisch knapp. Um an einem konkreten Punkt der Verbesserung der Ernährung der Kinder anzusetzen, tat sich Prinz Asfa-Wossen Asserate mit zwei Mitstreitern zusammen: Pfarrer Gerhard Reuther, der die deutsch- und englischsprachige Website der German Church School (www. germanchurchschool.de) pflegt, und Dr. Hans-Jürgen Langenbahn von Maskal – fine coffee company –, dessen favorisiertes und oft besuchtes Kaffeeland Äthiopien ist. Beide kennen die German Church School gut und waren sofort von der Idee angetan, sie mit dem Verkauf eines äthiopischen Kaffees zu unterstützen. 
Seit April 2007 produziert nun Maskal den Kaffee mit dem schönen Namen: “Rasselas – ein Premiumkaffee des Prinzen Asfa-Wossen Asserate zur Unterstützung der German Church School in Addis Abeba”. Verwendet werden für die exklusive Mischung ausnahmslos äthiopische Spitzenkaffees. Von jeder verkauften 500 g-Packung geht 1 Euro an die German Church School. Vertrieben wird “Rasselas”, benannt nach einem der majestätischen Berge im Norden Äthiopiens sowie dem fiktiven Helden aus Samuel Johnsons gleichnamigen Roman von 1759, auf Feinkostmessen, auf Lesungen des Prinzen und bei Maskal (www.maskal.de). Und damit alles transparent und für jeden nachvollziehbar ist, werden die quartalsmäßig (verwaltungsfrei!) überwiesenen Beträge, deren Höhe und die jeweilige konkrete Verwendung regelmäßig auf der Website von Maskal veröffentlicht.
War Prinz Asfa-Wossen Asserate von Äthiopien der Öffentlichkeit bisher vor allem als Bestsellerautor der beiden Bücher “Manieren” und “Ein Prinz aus dem Hause David – und warum er in Deutschland blieb” bekannt, so kann sich das bald ändern. “Die Sache mit dem Kaffee spricht sich langsam herum. Vielleicht werde ich ja noch zum Kaffeehändler! Nein, im Ernst, die Entwicklung freut mich außerordentlich. Die Unterstützung dieser wunderbaren Schule ist mir eine Herzenssache, denn was dort geleistet wird, ist bewundernswert”, sagt der Prinz. Dem ist ohne Einschränkung zuzustimmen. Derzeit werden insgesamt ca. 1.100 SchülerInnen unterrichtet, die alle in sehr schwierigen sozialen und familiären Lebensbedingungen eines leider zunehmend verelendenden Stadtviertels leben. Die 600 TagesschülerInnen, für die das Milchprogramm eingerichtet wurde, werden in zwei Tagesschichten bis zur 8. Klasse unterrichtet. Abends findet Unterricht für Erwachsene des Stadtteiles statt. Während der Samstage wer-den Schüler/-innen, die weiterführende Schulen besuchen (bis Kl. 12), unterrichtet und persönlich betreut. Der ganzheitliche Ansatz der Arbeit findet sich in überdurchschnittlichen Leistungen der SchülerInnen bestätigt.
Es wird sorgfältig darauf geachtet, welche Ausbildungsmöglichkeiten für die Kinder bestehen. Ein Teil der AbsolventInnen geht auf weiterführende Schulen bzw. zum Studium an die Universität. Früher oder später sorgen so alle für ihren eigenen Lebensunterhalt und können sich und ihre Familien ernähren. Was die Ernährungssituation in der German Church School selbst betrifft, so konnte Prinz Asfa-Wossen Asserate mit den bisherigen Erlösen der Rasselas-Verkäufe in kurzer Zeit schon einiges bewegen: Mit Hilfe einiger zusätzlicher Spender gelang es, seit Mitte letzten Jahres die Milchration für die 600 Tages-schülerInnen von ½ Liter Milch pro Woche auf 1 Liter zu verdoppeln. Angeregt durch das Kaffeeprojekt kam es zu Spenden in beachtlicher Höhe direkt an die Schule. Dennoch, es muss noch viel Kaffee verkauft werden, um das gesteckte Ziel von täglich ½ Liter Milch je Kind zu erreichen und die Versorgung dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Aus Natnael, dessen Vater 20 Tage nach seiner Geburt starb und dessen Mutter ihn nach 3 Monaten bei seiner Großmutter ließ und verschwand, weil sie ihn nicht ernähren konnte, ist inzwischen ein anderer Mensch geworden. Vorbei sind die entbehrungsreichen Jahre bei seiner Großmutter, die neben ihm auch ihre eigenen fünf Kinder durchbringen muss. Für sie ist der Tag, an dem sie Natnael an der German Church School unterbringen konnte, seine “zweite Geburt”. Und der Tag, als Sozialarbeiter der Schule ihr eine Starthilfe für einen kleinen Verkaufsstand gaben und sie seither nicht mehr täglich für einen Hungerlohn Eukalyptusblätter und -zweige für den Lebensunterhalt sammeln muss, ist für sie die “zweite Geburt der ganzen Familie”. Den Kaffee gibt’s unter www.maskal.de
No related posts.






